Darf man Brunnenwasser trinken? (2023)

Brunnenwasser trinken

Immer mehr Gartenbesitzer schwören auf das kühle Nass aus dem eigenen Garten. Aber darf man Brunnenwasser trinken? Was gibt es dabei zu beachten? Das klären wir heute!

Einen eigenen Brunnen im Garten zu haben, liegt stark im Trend. Brunnenwasser wird zum Duschen, Bewässern von Gemüse, Blumen und Rasen verwendet, aber auch für die Toilettenspülung.

Vor allem im ländlichen Bereich sind Brunnen stark verbreitet. Nutzer schätzen das eigene Wasser als kostenlose Alternative zum Wasser aus dem öffentlichen Netz, das empfindlich teuer sein kann.

Wäre es da nicht sehr praktisch, wenn man Brunnenwasser trinken könnte? Und so die Kosten für das kühle Nass noch weiter senken könnte.

Heut wollen wir uns alles rund um die Genießbarkeit von Wasser aus dem Brunnen ansehen und gemeinsam klären, unter welchen Umständen es eine gute oder schlechte Idee ist.

Kann man eigenes Brunnenwasser trinken?

Ja, es ist erlaubt, dass du Wasser aus dem Brunnen trinken kannst. Allerdings muss das Brunnenwasser so sauber sein, dass es der Trinkwasserverordnung entspricht.

Das Wasser, das der eigene Brunnen liefert, ist in der Regel Grundwasser, das auch für die öffentliche Wasserversorgung über die Wasserwerke genutzt wird.

Ob das Wasser aus deinem Brunnen genießbar ist, darüber entscheidet also die Qualität des Grundwassers in deiner Region.

Aufschluss kann dir eine Wasseranalyse liefern. Damit kannst du die Qualität des Wassers testen. Auch, wenn der Test anzeigt, dass du das Brunnenwasser trinken kannst, solltest du dich nicht zu lange auf diese Information verlassen. Das Wasser aus dem Garten sollte regelmäßig überprüfen werden!

Erstelle einen Plan, der dich daran erinnert, den Brunnen zu warten und das Wasser zu testen.

Darf ich Brunnenwasser trinken? Ja, aber achte auf die Qualität und überprüfe sie in regelmäßigen Abständen – empfohlen wird eine monatliche Kontrolle!

Dürfen Babys und Kleinkinder Wasser aus dem Brunnen trinken?

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann verhinderst du, dass Babys und Kleinkinder Brunnenwasser trinken. Sie reagieren sehr sensibel auf Verunreinigungen.

Besonders gefährlich werden können ein hoher Nitrat-Gehalt oder e. Coli-Bakterien.

Trinkwasser versus Brauchwasser

Bei der Verwendung von Brunnenwasser ist es wichtig, den Unterschied zwischen Brauchwasser und Trinkwasser zu kennen. Das Wasser, mit dem Menschen direkt in Berührung kommen – beim Trinken, Baden, Spülen von Geschirr – muss von besonders hoher Qualität sein.

In Deutschland legt die Trinkwasserverordnung die Parameter für unser Trinkwasser fest. Obwohl die Standards für Brauchwasser nicht ganz so streng sind, sollte es dennoch sicher und schadstofffrei sein. Wenn Kleidung gewaschen oder Pflanzen gegossen werden, können Schadstoffe in den Körper gelangen und eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Ob und unter welchen Bedingungen Brunnenwasser als Brauch- oder Haushaltswasser gilt, wird durch eine Reihe von Kriterien bestimmt. Da viele Schadstoffe nicht sichtbar sind und keinen Geruch haben, ist es wichtig, die Trinkwasserqualität zu überprüfen.

Hier tritt die Trinkwasserverordnung in Kraft, die von Brunnenbesitzern verlangt, dass sie bestimmte Standards erfüllen, wenn sie das Grundwasser an Dritte weitergeben.

Wie erkenne ich, ob ich das Brunnenwasser trinken darf?

Selbst kannst du das gar nicht erkennen. Du kannst eine Probe des Wassers in ein Labor schicken oder zuhause einen Schnelltest machen. Zeigt der Selbsttest an, dass bestimmte Werte überschritten werden, dann lass es noch mal von einem Labor untersuchen.

Ich habe dir hier unterschiedliche Tests herausgesucht, mit denen du die Wasserqualität überprüfen kannst:

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Wer haftet für die Qualität des Wassers aus dem Brunnen?

Wenn wir unser Wasser aus einem privaten Brunnen beziehen, gibt es einen deutlicheren Unterschied zwischen der Versorgung über das öffentliche Trinkwassernetz:

Öffentliche Versorger testen und kontrollieren Trinkwasser penibel und in sehr engen Abständen, und zwar schon bevor es überhaupt an die Haushalte weitergeleitet wird.

Es kommt daher nur sehr selten vor, dass das Trinkwasser verunreinigt ist. Die Wasserversorger garantieren für die Qualität, die der Trinkwasserverordnung entsprechen muss.

Wer zuhause einen Brunnen angelegt hat, der wird das eigene Trinkwasser nicht so oft prüfen. Engmaschige Kontrollen sind möglich, kommen aber kaum vor.

Hier gilt also Vorsicht. Du darfst das Brunnenwasser nicht zum Trinken an Dritte weitergeben, wie Mieter oder Nachbarn. Du kannst nämlich nicht garantieren, dass es zu jedem Zeitpunkt der Trinkwasserverordnung entspricht.

Im schlimmsten Fall kannst du dafür verantwortlich gemacht werden, wenn jemand durch das Trinken deines Brunnenwassers Schaden trägt.

Welche Pflichten habe ich als Betreiber?

In Deutschland ist die Entnahme von Grundwasser anmeldepflichtig. Die Vorschriften zur Nutzung von Brunnenwasser sind von Region zu Region unterschiedlich, wenn es als Brauchwasser verwendet werden soll. Wenn das entnommene Grundwasser als Trinkwasser verwendet werden soll, ist eine Qualitätsanalyse erforderlich.

Wenn neben dem Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung ein Hausbrunnen vorhanden ist, muss der Betreiber sowohl das zuständige Wasserversorgungsunternehmen als auch die Gesundheitsbehörde informieren.

Als Hausbrunnen-Betreiber bist du selbst für die Qualität verantwortlich. Ob du das Brunnenwasser trinken kannst und sollst, liegt also in deiner Hand.

Hältst du dich an die vorgeschriebenen Werte der Trinkwasserverordnung, dann darfst du das Brunnenwasser als Trinkwasser verwenden.

Muss ich mein eigenes Brunnenwasser testen?

Nein, du musst das Brunnenwasser nicht testen. Es wird aber ganz klar empfohlen, vor allem dann, wenn du es zum Trinken verwendest. Als Eigentümer eines Brunnens bist du dafür verantwortlich, dass das Wasser die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt.

Gewerbetreibende und Vermieter, die ihr Brunnenwasser an andere weitergeben, sind besonders in der Pflicht. Sie müssen ihr Trinkwasser mindestens einmal im Jahr mit einem Wassertest untersuchen, um eine schadstofffreie Versorgung zu gewährleisten. Alle drei Jahre muss das Brunnenwasser auf physikalische Parameter geprüft werden.

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Wie erkenne ich schlechtes Brunnenwasser?

Verschmutztes Brunnenwasser, das braun, trübe oder milchig ist oder einen fauligen oder muffigen Geruch hat, sollte vor dem Trinken mit Vorsicht behandelt und einer Wasseranalyse unterzogen werden. Wenn der Eisengehalt im Brunnenwasser zu hoch ist (über 200 mg/l), kann es schädlich sein.

Durch zu viel Eisen im Wasser bilden sich rasch Mikroorganismen in den Leitungen. Eisenhaltiges Wasser tritt vor allem in moorigen und sumpfigen Gebieten auf.

Wie wichtig eine gründliche Untersuchung des eigenen Brunnenwassers ist, zeigt u.a. der VSR-Gewässerschutz. Jedes Jahr führt die Organisation rund 5.000 Wasseruntersuchungen durch. Jede dritte Probe ist verunreinigt, so die Statistik. Nitrat ist ein ernsthaftes Problem, das zum großen Teil auf landwirtschaftliche Düngepraktiken zurückzuführen ist. Auch Schwermetalle und Aluminium sind häufig im Wasser zu finden.

Darf ich verunreinigtes Wasser verwenden?

Du möchtest das verschmutzte Wasser nicht trinken, aber zum Duschen verwenden? Das ist keine gute Idee. Für die Spülung der Toilette oder das Gießen des Rasens ist es hingegen in Ordnung.

Bei der Bewässerung von Obst und Gemüse sollte die Wasserqualität auch stimmen. Bakterien können den Pflanzen schaden und über das Essen in deinen Körper gelangen.

Wasseranalysen lohnen sich auch dann, wenn es dir nicht darum geht, das Brunnenwasser zu trinken.

Was passiert, wenn man verunreinigtes Brunnenwasser trinkt?

Zu den typischsten Nebenwirkungen von verunreinigtem Trinkwasser gehört starker Durchfall, der unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Die Bakterien können auch Krankheiten wie Hirnhautentzündung und Blutvergiftung verursachen.

Die Umwandlung von Nitrat in Nitrit im Körper ist nach der Aufnahme von Wasser oder Lebensmitteln möglich. Dabei können unter bestimmten Umständen krebserregende Nitrosamine entstehen.

Erhöhte Konzentrationen von Schwermetallen im Trinkwasser werden mit einer Vielzahl von Organ- und Nervenschäden sowie mit Krebs in Verbindung gebracht.

Das Problem ist, dass gesundheitliche Schäden durch Schwermetalle wie Blei oft erst nach Jahren erhöhter Aufnahme sichtbar werden.

Welche Schadstoffe und Keime kann Brunnenwasser enthalten?

Brunnen können mit einer Reihe von Schadstoffen und Keimen belastet sein. Auf keinen Fall solltest du Brunnenwasser trinken, wenn es diese Schadstoffe oder Keime enthält:

Häufigste Schadstoffe

  • Nitrat
  • Pestizide
  • Blei
  • Arsen
  • Uran
  • Cadmium
  • Quecksilber
  • Öl
  • Benzin

Erhöhte Nitratwerte werden häufig in stark landwirtschaftlich genutzten Regionen festgestellt. In der Trinkwasserverordnung ist ein Grenzwert von 50 mg/l für Nitrat vorgeschrieben. Außerdem können Rückstände von Pestiziden in das Brunnenwasser gelangen.

Auch Schwermetalle werden häufig in Brunnen gefunden. Sie können aus natürlichen Quellen wie Bodenschichten stammen. Sind die Werte von Schwermetall stark über den angegebenen Grenzwerten, dann liegt da meist an Altlasten von Industriebetrieben.

Häufigste Keime

E. coli (Escherichia coli) ist einer der am häufigsten vorkommenden Keime im Brunnenwasser. Die Mikrobe kann in deinen Brunnen gelangen, wenn unsauberes Oberflächenwasser in den Brunnen gelangt. Das kann zum Beispiel bei einem starken Regenguss oder einer Überschwemmung passieren.

Zudem kann das Brunnenwasser mit Bakterien wie Enterokokken verunreinigt sein. Enterokokken kommen auch im Darm vor und sind in der Natur weit verbreitet. Ebenso können sich Maden oder Wurmlarven im Wasser befinden, wenn der Brunnen nicht ausreichend abgedeckt ist und so von Hunden oder Vögeln verunreinigt wird.

Schlecht gewartet oder verschmutzte Pumpen, Filter, Boiler oder Rohre sind eine Quelle für Keime im Brunnenwasser.

Achtung: Klärgruben oder Verrieselungsrohre in der Nähe des Brunnens bergen ein großes Risiko für Verunreinigungen!

Unser Fazit

Grundsätzlich kannst du Brunnenwasser trinken. Es wird aus dem Grundwasser gewonnen, auf das auch die öffentliche Wasserversorgung zurückgreift. Teste das Wasser regelmäßig, um sicher gehen zu können, dass es nicht verunreinigt ist.